Simson S51 Modelle: N, B1-3, B1-4, B2-4, Comfort und Enduro erklärt
Von Tarik Ballouz, Area S51 · Stand: 06.10.2026

Kurz gesagt: Die Simson S51 gab es ab Werk in acht Grundvarianten. Der Buchstabe verrät die Ausstattung: N steht für „Normal“ (ohne Blinker und Zündschloss), B für Blinker, C für Comfort und E für Enduro. Bei den B-Modellen zeigt die erste Ziffer die Zündung (1 = Unterbrecher, 2 = Elektronik), die zweite die Zahl der Gänge. Ab 1989 hieß die Baureihe mit 12-Volt-Bordnetz S 51/1. Welche Variante du vor dir hast, findest du mit dem Varianten-Finder in einer halben Minute heraus.
Vor S50 und S51 baute Simson die Vogelserie: Spatz, Star, Sperber und Habicht. Star und Habicht löste 1975 der S 50 ab. Die vier Modelle vergleichen wir unter Simson Vogelserie: Spatz, Star, Sperber und Habicht.
Welche S51 hast du? – der Varianten-Finder
Beantworte, was du weißt. „Weiß nicht“ ist erlaubt – das Ergebnis wird dann nur ungenauer. Passt etwas nicht zusammen, sagt dir der Finder, wo vermutlich umgebaut wurde.
Beantworte die Fragen – das Ergebnis erscheint hier.
Datenbasis: Betriebsanleitung Simson S51/S70 (S. 6–7) für Gänge, Federweg, Gewichte und Reifen; Ausstattung und Bauzeiten nach Wikipedia, ddr-motorrad.de und ost-ersatzteile.de (abgerufen am 06.10.2026). Der Finder zeigt die wahrscheinlichste Werksvariante – verbindlich sind Typschild und Papiere.
Alle S51-Varianten auf einen Blick
| Variante | Buchstabe steht für | Gänge | Zündung | Blinker & Zündschloss | Bauzeit* | Erkennst du an | Leermasse (BA S. 7) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| S 51 N | Normal | 3 | Unterbrecher | nein | 1980–1987 | kein Zündschloss, keine Batterie, fast immer blau | 75,0 kg |
| S 51 B1-3 | Blinker | 3 | Unterbrecher | ja | 1980–1988 | Blinker, 25-W-Scheinwerfer, kleiner Tacho | 78,5 kg |
| S 51 B1-4 | Blinker | 4 | Unterbrecher | ja | 1980–1989 | wie B1-3, aber 4 Gänge – die meistgebaute Variante | 78,5 kg |
| S 51 B2-4 / B2-4/1 | Blinker | 4 | Elektronik | ja | 1980–1989 | „S 51 electronic“ auf den Seitendeckeln, großer Tacho bis 100 km/h | 78,5 kg |
| S 51 C | Comfort | 4 | Elektronik | ja | 1983–1989 | Drehzahlmesser, Seitenständer, meist atlasweiß | 82,0 kg |
| S 51 E | Enduro | 4 | Elektronik | ja | 1981–1987 | Unterzugstreben, hochgelegter Auspuff, Hochlenker, meist silber-metallic | 84,0 kg |
| S 51 E/4 | Enduro (einfache Ausführung) | 4 | Unterbrecher | nein (Elektrik der N) | 1983/84–1987 | Enduro-Rahmen und -Auspuff, aber keine Blinker und kleiner Tacho | 80,5 kg |
| S 51 E II | Enduro (zweite Ausführung) | 4 | Elektronik | ja | 1987–1988/89 | oft hochgesetzter Kunststoff-Kotflügel vorn | nicht in der BA |
| S 51/1 (B, C1, C, E) | /1 = 12-Volt-Baureihe | je nach Typ | je nach Typ | ja | 1989–1990/91 | „12 Volt“ auf dem Seitendeckel | 75–84 kg (RA S. 15) |
* Die Quellen weichen teils um ein Jahr ab: N bis 1987 (Wikipedia, ddr-motorrad.de) oder 1988 (ost-ersatzteile.de); B1-3 bis 1988 (Wikipedia) oder 1989 (ddr-motorrad.de); E ab November 1981 (Wikipedia; ddr-motorrad.de: 1981) oder 1982 (ost-ersatzteile.de); E/4 ab 1983 (ddr-motorrad.de) oder 1984 (Wikipedia); E II ab 1987 (Wikipedia, ddr-motorrad.de) oder 1986 (ost-ersatzteile.de), bis 1988 (ddr-motorrad.de), 1989 umbenannt in S 51/1 E (Wikipedia). BA = Betriebsanleitung S51/S70, RA = Reparaturanleitung S51/1 und SR50/1. Die Betriebsanleitung führt zusätzlich eine E/3 mit denselben Werten wie die E (84,0 kg, 90 mm Federweg hinten) und eigenem Schaltplan; was sie sonst unterscheidet, beschreiben unsere übrigen Quellen nicht.
S 51 N – die „Normale“
Das N steht für „Normal“ – im Volksmund auch für „Nichts“. Die S 51 N hatte keine Blinker, kein Zündschloss und keine Batterie. Abgestellt wurde sie über einen Knopf am Lenker, die Hupe lief über Monozellen. Dazu kamen ein 3-Gang-Motor und Unterbrecherzündung.
Gedacht war sie für Gegenden mit wenig Verkehr, etwa für die Land- und Forstwirtschaft. Weil die DDR ab 1988 Blinker für Kleinkrafträder vorschrieb, lief die Produktion aus. Fast alle N-Modelle waren blau lackiert – welche Farben die anderen Varianten ab Werk hatten und wo sich die Quellen widersprechen, zeigt die Seite Simson Originalfarben. Laut Betriebsanleitung ist sie mit 75,0 kg die leichteste S51 (S. 7).
S 51 B: Was B1-3, B1-4 und B2-4 bedeuten
Das B steht für Blinker. Alle B-Modelle hatten Blinker, Zündschloss, eine 6-Volt-Batterie und hydraulisch gedämpfte Federbeine hinten. Die Ziffern liest du so: erste Ziffer = Zündung (1 = Unterbrecher, 2 = Elektronik), zweite Ziffer = Gänge.
S 51 B1-3: 3 Gänge, Unterbrecherzündung
Das Einstiegsmodell mit Blinkern: 3-Gang-Motor, Unterbrecherzündung und ein 25-W-Scheinwerfer. Leermasse laut Betriebsanleitung 78,5 kg, wie bei allen B-Modellen.
S 51 B1-4: 4 Gänge, Unterbrecherzündung
Technisch die B1-3 mit 4-Gang-Getriebe. Von keiner anderen S51-Variante wurden mehr Fahrzeuge gebaut. Ab 1989 hieß sie S 51/1 B.
S 51 B2-4 und B2-4/1: 4 Gänge, Elektronikzündung („S 51 electronic“)
Die B2-4 erkennst du am Schriftzug „S 51 electronic“ auf den Seitendeckeln, am größeren 60-mm-Tacho bis 100 km/h und am 35-W-Scheinwerfer. Die elektronische Zündung arbeitet ohne Unterbrecherkontakte und damit verschleißarm. Oft ist sie billardgrün lackiert. Die überarbeitete Ausführung heißt B2-4/1 – unter diesem Namen führt sie auch die Betriebsanleitung. Nach Wikipedia kamen damit ab Mitte 1983 zwei 120-mm-Spiegel und Faltenbälge an der Gabel.
S 51 C – was „Comfort“ bedeutet
Die Comfort kam 1983 und baute auf der B2-4 auf. Dazu gab es einen Drehzahlmesser – ab Werk hatte ihn nur dieses Modell –, einen Seitenständer, zwei große 120-mm-Spiegel, verstellbare Federbeine mit 90 mm Federweg, eine strukturierte Sitzbank und K-35-Reifen. Die Bleche waren meist atlasweiß, der Motor oft schwarz lackiert.
Bis 1989 hatte die Comfort eine 6-Volt-Elektronikzündung; erst als S 51/1 C bekam sie 12 Volt. Mit rund 31.000 Stück ist sie die seltenste S51-Variante, für die belastbare Stückzahlen vorliegen (Wikipedia, ost-ersatzteile.de).
S 51 E – die Enduro (E, E/4, E II)
Das E steht für Enduro. Alle Enduro-Modelle haben einen eigenen Hauptrahmen mit Unterzugstreben vom Lenkkopf zum Schwingenlager, einen hochgelegten Auspuff mit Hitzeschutz, einen Hochlenker, Stollenreifen K 32 und einen 4-Gang-Motor.
- S 51 E (ab 1981): Elektronikzündung, Blinker, großer Tacho, verstellbare Federbeine mit 90 mm Federweg, meist silber-metallic.
- S 51 E/4 (ab 1983/84): die günstige Enduro. Sie hatte die Elektrik der N – also Unterbrecherzündung und keine Blinker –, einen kleinen Tacho, nur einen Spiegel und nicht verstellbare Federbeine mit 85 mm Federweg.
- S 51 E II (ab 1987): löste E und E/4 ab. Elektrik wie die E, oft mit hochgesetztem schwarzem Kunststoff-Kotflügel vorn. 1989 wurde daraus die S 51/1 E.
Heute als Neuaufbau? So bauen wir die S51 Enduro heute als Neuaufbau – mit Enduro-Teilen auf einem originalen S51-Rahmen.
S 51/1 ab 1989: 12 Volt und neue Namen
1989 stellte Simson auf ein 12-Volt-Bordnetz mit elektronischer Lade- und Blinkanlage (ELBA) um; laut Wikipedia steht seitdem „12 Volt“ auf dem Seitendeckel. Das Bremslicht ging nun auch über die Vorderradbremse an (bei der Comfort laut Wikipedia schon seit 1983), und außer der B bekamen alle einen Halogenscheinwerfer. Aus der B1-4 wurde die S 51/1 B, aus der B2-4/1 die S 51/1 C1, aus der Comfort die S 51/1 C, aus der E II die S 51/1 E.
Die Reparaturanleitung für S51/1 und SR50/1 nennt für diese Fahrzeugfamilie Ausführungen mit 40, 50 und 60 km/h sowie 3- und 4-Gang-Getriebe, ordnet sie aber nicht einzelnen S 51/1-Typen zu (S. 9–15). Anfang der 1990er endete die S51-Produktion; Nachfolger wurde die S 53.
So erkennst du die Variante sicher: Typschild, Papiere, Merkmale
Verlass dich nicht allein auf die Optik. Viele S51 wurden umgebaut: ein 4-Gang-Motor statt des 3-Gang-Motors, Blinker an einer N, eine Elektronikzündung nachgerüstet, Bleche umlackiert. Dazu kommt: Die Variante wurde nicht immer ins Typschild eingetragen, und originale Papiere fehlen oft.
Das Baujahr grenzt du über die Rahmennummer ein: Baujahr über die Rahmennummer prüfen. Und bevor du kaufst, klär, welche Papiere für deine S51 gelten.
Du hast eine Schwalbe statt einer S51? Deren Modelle erklären wir unter Simson Schwalbe Modelle.
Und welche S51 baut Area S51?
Unsere S51 ist keine Kopie einer einzelnen DDR-Variante, sondern ein Neuaufbau: originaler DDR-Rahmen (zum Beispiel Hauptrahmen, Obergurt und Schwinge sandgestrahlt und pulverbeschichtet), rund 95 % neue Teile, ein neuer MZA-Motor mit 4 Gängen und 24 Monaten Herstellergarantie und eine 12-Volt-Zündung von VAPE. Mit 12-Volt-Elektrik und 4 Gängen ähnelt sie technisch den späten S 51/1 – nur sind Motor und Zündung neu.
Jede Simson von Area S51 bekommt ihre KBA-Papiere. Enduro-Look gewünscht? Den stellst du im Konfigurator zusammen.
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Häufige Fragen zu den S51-Modellen
Was bedeutet das B bei der S51?
B steht für Blinker. Alle B-Modelle hatten Blinker, Zündschloss und Batterie. Die Ziffern dahinter zeigen Zündung (1 = Unterbrecher, 2 = Elektronik) und Gänge – eine B2-4 hat also Elektronikzündung und 4 Gänge.
Was ist eine S51 E?
Die Enduro ab Werk: Unterzugstreben, hochgelegter Auspuff, Hochlenker, Stollenreifen und 4 Gänge. Nicht zu verwechseln mit der Elektro-Simson S51 von Area S51 mit Second-Ride-Antrieb.
Was bedeutet S51 Comfort?
Die Comfort (S 51 C) ist die besser ausgestattete B2-4 ab 1983: Drehzahlmesser, Seitenständer, zwei große Spiegel, verstellbare Federbeine, meist atlasweiß.
Ist meine Simson eine S51 N oder B?
Ohne Blinker und Zündschloss ab Werk ist es eine N – oder, mit Unterzugstreben und hohem Auspuff, eine E/4. Blinker wurden aber oft nachgerüstet – prüf Typschild und Papiere oder nutz den Varianten-Finder.
Welche Arten von Simson S51 gibt es?
N, B1-3, B1-4, B2-4 (später B2-4/1), C (Comfort), E, E/4 und E II, ab 1989 die S 51/1-Reihe (B, C1, C, E). Die Betriebsanleitung nennt zusätzlich eine E/3.
Was ist die seltenste Simson S51?
Unter den Varianten mit belastbaren Stückzahlen die Comfort: Von ihr wurden rund 31.000 Stück gebaut, von den drei B-Modellen zusammen rund 908.000 (Wikipedia, ost-ersatzteile.de). Für N, E, E/4, E II und die S 51/1 gibt es keine Zahlen aus zwei Quellen.
Wie schnell fährt eine S51 Comfort?
Laut Betriebsanleitung S51/S70 (S. 6) ist sie – wie alle dort genannten Varianten – für 60 km/h ausgelegt. Fahren darfst du sie mit mindestens Klasse AM oder B, wenn sie bis zum 28.02.1992 erstmals in den Verkehr kam (§ 76 Nr. 8 b FeV; Klasse B schließt AM ein, § 6 Abs. 3 FeV). Mehr dazu: Darf jede S51 60 km/h fahren?
Was ist der Unterschied zwischen S51 und S51/1?
S 51/1 heißen die Modelle ab 1989 mit 12-Volt-Bordnetz, laut Wikipedia mit „12 Volt“ auf dem Seitendeckel, Bremslicht auch über die Vorderradbremse und – außer bei der B – Halogenscheinwerfer.
Quellen
- Betriebsanleitung Simson S51/S70, S. 6–7 (Varianten N, B1-3, B1-4, B2-4/1, E, E/3, E/4, C: Gänge, Federweg, Leermasse, Nutzmasse, Reifen, 60 km/h) – Original-Anleitung aus unserem Archiv.
- Reparaturanleitung Simson S51/1 und SR50/1, S. 9–15, 97–98 und Schaltpläne (S 51/1: Ausführungen, Gänge, Leermasse, 12-Volt-Anlage, Bremslichtschalter vorn, S 51/1 C1).
- Wikipedia: „Simson S 51“, Abschnitte Modellpflege, Varianten, Merkmale von Re-Importen – abgerufen am 06.10.2026.
- ddr-motorrad.de: Modellübersicht Simson S51 und Modellseiten N, B1-3, B1-4, B2-4, Comfort, E, E/4, E II – abgerufen am 06.10.2026.
- ost-ersatzteile.de: Simson S51 – Modellunterschiede – abgerufen am 06.10.2026.
- Fahrerlaubnis-Verordnung, § 76 Nr. 8 b FeV (gesetze-im-internet.de) – abgerufen am 06.10.2026.